Der Rheintrerrassenweg wurde bereits in 2016 in 2 Etappen erwandert: 1. Bodenheim nach Mainz 2. Bodenheim nach Oppenheim. 

Nun folgte die dritte Monatswanderung auf dem Rheinterrassenweg, mit der auch die nähere Heimat erlebt und erwandert wurde. Von Guntersblum nach Osthofen, ca. 18 km, das war der Plan. Die Skeptiker hatten Befürchtungen wegen der Wetteraussichten, aber Gottseidank kam es anders. Die Wolken waren zwar da, aber auch die Sonne zeigte sich ab und zu. Gerhard und Heide hatten alles bestens geplant.

Die Anreise erfolgte mit der Bahn nach Guntersblum. Dort war die Wandergruppe dann komplett. 43 an der Zahl - alte Bekannte und neue Teilnehmer hatten sich zusammen gefunden. Ab Guntersblum ging es hinauf in die Weinberge Richtung Hangen-Wahlheim, einem kleinen Ortteil von Alsheim. Wir erreichten dann schon bald die Kirchenruine St. Maria Magdalena, erbaut im 13. Jahrhundert und zerstört im Zuge des Pfälzischen Erfolge-Krieges, Ende des 1700 Jahrhunderts. Anfang 2000 wurde sie aus dem Dornröschen-Schlaf befreit - von überwucherndem Gehölz freigelegt und baulich gesichert. Der kleine Friedhof um die Ruine ist Zeuge der historischen Familiengeschichten einiger einheimischer Familien. Der ältester Grabstein datiert von 1729. Mit einer letzten Beisetzung wurde der Friedhof 1985 zum letzten Mal genutzt und dann geschlossen. Wir wandern weiter nach Süden. Oberhalb der Rheinebene gelangen wir in das besondere Gebiet der Alsheimer Hohlwege. Es ist in seiner Größe und Ausdehnung eine einmalig schöne Kulturlandschaft in Deutschland, mit speziellem Wert für Flora und Fauna und einer besonders schützenswerten Tierwelt. Gerhard führte uns durch die Krummsteighohl und wusste dabei über die Entstehung und weitere Besonderheit zu berichten. Von der Höhe oberhalb Alsheims konnte man die kleine Heidentum-Kirche sehen. Sie ist eine der vier Kirchen mit den auffallenden Kuppeltürmen in unserer Region. Nun war es bald Zeit für die Verpflegung aus dem Rucksack. Bald erreichten wir den Weißmühlbrunnen, wo wir dann zu unserer Wanderer–Vesper halt machten. Der anschließende Anstieg führte durch die Golgbergshohl wieder hinauf in die Weinberge Richtung Mettenheim. Und plötzlich schickten die Wolken den einzigen spürbaren Regenschauer über die Wandergruppe. Aber da hatte Gerhard auch schon ein Schutzhäuschen als Unterstand für uns bereit. Bis dahin hatte es kaum geregnet, im Wesentlichen blieb es auch bei diesem kurzen Schauer. Aber wir wurden dann noch mit dem Schauspiel mehrerer Regenbögen überrascht und belohnt. Weiter ging es nach Bechtheim, dem Wein-Lehrpfad folgend und dann durch den Ortskern. Auf dem talwärts führenden Kuhweg verließen wir Bechtheim Richtung Rheinebene. Der letzte Teilabschnitt folgte dann ein kleines Stück dem Radweg nach Osthofen. Dort kamen wir dann pünktlich beim Weingut Holzmühle an. Der Wettergott hatte bis dahin ein Einsehen mit uns und uns vor größeren Niederschlägen verschont. Nun aber begann es wirklich zu regnen. Gerhard muss einen guten Draht nach oben haben. Bei herzlicher Bewirtung ging ein eindrucksvoller Wandertag zu Ende.